Von Tschechien direkt ins Riedholz (Solothurner Zeitung vom 12.12.2005)
Skanacht - Die französischen «Skarface» brachten am Samstag die Mehrzweckhalle zum Kochen
Die französische Ska-Legende Skarface sorgte am Samstag für eine ausverkaufte Riedholzer Mehrzweckhalle und bescherte den Organisatoren vom Verein «Kultuhrwerk» einen erfolgreiche dritte Ska-Nacht. (Von Christof Ramser)
«Es macht uns grossen Spass, hier zu spielen. Das Publikum ist viel jünger und enthusiastischer als etwa in Frankreich.» Jean-Christophe, Altsaxofonist der französischen Band Skarface, freute sich auf den bevorstehenden Auftritt und brachte es auf den Punkt: Das Durchschnittsalter der rund 550 Besucher der dritten Ska-Nacht Riedholz war tief angesetzt, vielleicht gerade deswegen zeigte sich das Publikum so begeistert über den Auftritt der Ska-Band aus Frankreich. Tags zuvor spielten «Skarface» noch ein Konzert in Tschechien. Tenorsaxofonist Pascal erzählte lachend, wie sie dort in einer ausgedienten und unkomfortablen psychiatrischen Klinik übernachten mussten. Auf ihrem Weg zurück nach Paris machte die Band am Samstag Halt in Riedholz. «Und hier ist der Service einfach perfekt», fügte er hinzu.
Grufti oder Sirupschlürfer
Je nach Alter wurden den Besuchern am Eingang unterschiedliche Stempel aufgedrückt. Entweder war man «Grufti» oder «Sirupschlürfer». «Damit wollen wir verhindern, dass unter 18-jährige Besucher an der Bar zu hartem Alkohol kommen», erklärte Christoph Stuber, Präsident des Vereins «Kultuhrwerk», der die SkaNacht organisierte. Er zeigte sich überaus glücklich, dass «Skarface» gebucht werden konnten. «Es war unsere Wunschband und wir haben die Ska-Nacht extra auch auf einen freien Tag von terminiert.» Die Tatsache, dass an der dritten Ausgabe der Ska-Nacht keine lokale Band auftrat, begründete Stuber damit, dass es für einen Auftritt halt schon eine gewisse Qualität brauche. «Und wirklich gute Ska-Bands gibt es in Solothurn eben nicht viele.»
Euphorisches Publikum
Die Zürcher Band Meskalin bestritt das erste Konzert des Abends und begann pünktlich um neun Uhr. Mit ihrem konventionellen Ska-Punk animierten sie schon einige Besucher zum Pogotanz vor der Bühne, wobei viele ausrutschten und mit dem feuchten Hallenboden Bekanntschaft machten. Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch, was auch den sieben Ska-Punkern von «Bonkaponxz» aus Chur zugute kam. Sie waren als Nächstes an der Reihe und konnten die bereits zahlreicheren Gästen gar zu Sprechchören animieren.«Lasst uns dafür sorgen, dass Solothurn nicht mehr vergessen», rief Christoph Stuber nach einer Dankesrede ins Publikum, worauf die Band unter tosendem Applaus die Bühne betrat.
Schweisstreibende Show
Vom ersten Takt an verwandelte sich die halbe Mehrzweckhalle in eine einzige Tanzfläche, und schon bald erschienen auf der Stirn des Sängers Fred Schweissperlen. Den Franzosen war ihre Bühnenerfahrung anzumerken, mühelos bezogen sie das Publikum in ihre wilde Show mit ein. Immer wieder streckte der Sänger den Fans das Mikrofon entgegen, und diese sangen bei Hits wie «Catalunya» oder «Jamais d'Eldorado» lauthals mit. Aber nicht nur das Publikum tanzte ausgelassen, auch die Bandmitglieder sprangen auf der Bühne herum oder tauschten kurzerhand die Instrumente, um Clashs «Should I stay or should I go» zum Besten zu geben. Zum Schluss kamen gar Steppenwolfs Klassiker «Born to be wild» oder Monty Pythons «Always look on the bright side of life» zu Ska-Ehren. Nach diversen Zugaben verabschiedete sich die Band zu den Klängen von «Skarface go home».
06.01.2007
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12.03.2005
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